Liebe Freundinnen und Freunde unserer Projekte im Jemen,
dieses Jahr kann ich leider keine erfreulichen Nachrichten an Sie weitergeben.
Im Jemen ist der Krieg, wie Sie sicher bereits aus den Medien erfahren haben, wieder ausgebrochen. Die Huthi-Miliz hat in einer Blitzaktion die Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht.
125 000 Menschen sind erneut auf der Flucht. Davon laut UNICEF 57 000 Kinder! Ein großer Teil dieser Menschen flüchtet bereits zum zweiten Mal! Hilfsorganisationen sind dabei, in der Nähe von Aden Zeltstädte aufzubauen.
Saudi-Arabien hat innerhalb einer Woche 450 Luftangriffe geflogen!
Waheeb, unser treuer Mitarbeiter, schreibt in seinen täglichen Mails und Apps: „Die Erde bebt!“ Ja, auch Taizz, eine Stadt mit über 2 Millionen Einwohnern, die seit Langem zweigeteilt ist, wird bombardiert.
Dort leben unsere Kinder!
Der Gouverneur von Taizz hat die Lebensmittelhändler von Taizz aufgefordert, Lebensmittel zu horten.
Waheeb hat Schutzmaßnahmen, soweit dies möglich ist, getroffen. Um ihn zu unterstützen, haben wir bereits im September die Gelder für Oktober überwiesen. Er hat Wasser, Lebensmittel und Medikamente etc. für den Ernstfall gekauft.
Unsere Kinder brauchen Schutz und Sicherheit
Der Sohn unseres Krankenhaussekretärs in Al Mihlaf wurde von den Huthis entführt. Gott sei Dank konnte Bilal, sein Vater, ihn mit unserer Hilfe für 1 000 $ freikaufen. Er ist seither in unserem Waisenhaus in Taizz in Sicherheit.
Das berührt uns auch so sehr, weil bereits einer unserer Jungs im Alter von 16 Jahren nach dreiwöchigem Aufenthalt im Gefängnis der Huthis verstorben ist. Er wollte zur Beisetzung seiner Mutter und wurde unterwegs von den Huthis überfallen und entführt.
Die Huthi-Miliz rekrutiert Kinder im Alter von 12 Jahren!
Drei unserer Kinder, 2 Buben und ihre kleine Schwester von 2 Jahren, sind vor 10 Jahren barfuß von Aden nach Taizz geflüchtet, nachdem ihre Eltern umgekommen waren. Die Jungs haben die kleine Schwester auf dem Rücken den weiten Weg geschleppt. Wir konnten sie aufnehmen und ihnen eine Heimat geben. Die kleine Schwester bekam für ihre guten schulischen Leistungen bereits eine Auszeichnung.
Mich quält die Frage: „Müssen sie jetzt noch einmal fliehen?“
Wo bleibt die Hilfe des Westens?
Bisher weiß ich nur von nächtlichen Angriffen der Engländer auf Huthi-Stellungen.
Wie Sie vielleicht wissen, bin ich selbst ein Kriegskind und habe die Schrecken des Krieges am eigenen Leibe erlebt.
Immer noch stirbt alle 10 Minuten ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen des Hungers. Für kurze 2 Jahre konnten wir den Menschen in der Region von Al Mihlaf, dort steht unser Krankenhaus, mit einem monatlichen Lebensmittelpaket helfen. Doch unser Spendenaufkommen ist inzwischen dramatisch abgestürzt. Wir mussten darum diese Hilfe einstellen!
Unser Krankenhaus hilft weiter
Die Arbeit in unserem Krankenhaus in Al Mihlaf geht ihren gewohnten Gang. Besonders durch die derzeit schlimme Situation sind die Menschen in den Bergen ganz besonders auf die Hilfe aus unserem Krankenhaus angewiesen.
Unsere dortigen Mitarbeiter tun seit vielen Jahren treu ihren Dienst.
Auch die Zahnarztpraxis wird gut besucht. Selbst wenn unser Haustechniker mir ausrichten lässt, dass er jetzt keine Zähne mehr hat. Unser Dr. Alaw hat das nötige Material für Prothesen nicht!
Sie sehen, ich werde auch über vergleichsweise Kleinigkeiten informiert!
Ihre Hilfe kommt an
Immer wieder bekomme ich Mails mit der Frage, ob denn die Spendengelder auch in die richtigen Hände kommen. Ja! Mit gutem Gewissen kann ich Ihnen versichern, dass unser Geld wirklich bei Waheeb ankommt. Für ihn kann ich garantieren. Selbst wenn die CAC-Bank sich in Aden in Sicherheit vor den Huthis bringt, wird es gelingen, jeden Monat das Geld nach Taizz zu bringen.
Bitte glauben Sie mir das!
Unsere Jungs sind clever!
Bitte stellen Sie Ihre Hilfe für die Menschen in unserer Obhut nicht ein!
Wir brauchen Ihre Hilfsbereitschaft und Unterstützung jetzt mehr denn je!
Ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass auch hier in Deutschland die Auswirkungen der diversen Kriege schmerzlich zu spüren sind.
Dennoch sind wir medizinisch versorgt und hungern nicht. Auch unsere Nachtruhe wird nicht durch das schwere Gebrumm der Bomber unterbrochen.
Im Übrigen, das wird Sie auch interessieren: „Von allen Spenden, die wir erhalten, verbleiben lediglich 0,9% für die Verwaltung unserer Vereine.“
Dies, weil wir alle ehrenamtlich für die Menschen im Jemen arbeiten. Jedoch, um diese 0,9% zu unterbieten, bitte ich Sie, uns Ihre Mailadressen mitzuteilen. Wir werden Sie dann immer per Mail informieren und somit das Porto sparen.
Wenn Sie einverstanden sind, schicken Sie bitte als Rückantwort eine Mail an: aennerappelobfsctd-7c8a08@t-online.de
Meine inständige Bitte: „Helfen Sie uns zu helfen!“
Bitten Sie auch Freunde um ihre Hilfe!
Ich schicke Ihnen gerne jederzeit unsere Flyer zu Ihrer Unterstützung bei der Werbung.
Ich weiß, es ist nach wie vor nur ein Tropfen auf einem heißen Stein. Doch dort, wo er ankommt, kann ein Gräslein sprießen. Ein Mensch überleben!
„Es ist Hilfe, die ankommt und unmittelbar wirkt!“
Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Aenne Rappel
Für den Vorstand