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Stiftung Jemenhilfe Deutschland


Jemen-Kinderhilfe Aichach e.V.


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Jahresbericht 2018
des „Förderverein Aktion Jemenhilfe e.V."
und der
  „Jemen Kinderhilfe e.V."

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Projekte,

leider kann ich auch dieses Jahr nichts Gutes aus dem Jemen berichten. Die Lage im Jemen wird immer unerträglicher.
UN-Experte Lowcock sprach im Sicherheitsrat von einer alarmierenden Situation. Es seien derzeit ca. 5 Millionen Kinder vom Hunger bedroht. Es handelt sich um die weltweit größte Kathastrophe seit Menschengedenken. Die Menschen essen inzwischen Blätter von den Bäumen. Sie verkaufen ihr Mobiliar.

Der Wohnort unserer Kinder „Taiz" ist ganz besonders schwer betroffen. Die Stadt ist belagert, umzingelt, immer wiederkehrendem Bombardement, Wassermangel, ständigem Stromausfall, Schießereien der Huthis sowie des IS, der Al Kaida und Regierungstruppen ausgesetzt. Arbeitslose, von Hunger und Not getriebene Familienväter überfallen jetzt in den Straßen jeden der so aussieht, als habe er Geld oder Lebensmittel bei sich. So kann unser Mitarbeiter Sadeq, wennn er Geld von der Bank holt oder Lebensmittel kauft, nur noch in Begleitung von bewaffneten Freunden auf die Straße. Polizei gibt es in Taiz nicht mehr! Nach wie vor gibt es keine Müllentsorgung. Der ganze Müll liegt stinkend auf den Straßen, umgeben von allem nur erdenklichen Ungeziefer. Immer wieder höre ich bei meinen Telefonaten die Geschosse, auch von schweren Geschützen, auf der Straße.

Glücklicherweise konnte Sadeq das Haus eines Reichen besetzen, der dieses vor langer Zeit verlassen hat, und dort die Waisen-Mädchen unterbringen. Sie werden von 10 obdachlosen Kriegswitwen betreut. Auch für eine Witwe mit 9 Kindern konnte er aus Steinen von einer Ruine einen Unterstand machen. Inzwischen sind so viele verwaiste Buben in unserer Obhut, dass sie in der Wohnung „unserer" Jungs keinen Platz mehr haben. Sie leben im Treppenhaus der Wohnung. Die Großen haben ebenfalls aus Trümmersteinen am Haus einen kleinen Anbau erstellt, in dem sie Schutz finden. Dieser ist allerdings ohne Dach.

Unser Krankenhaus in Al Mihlaf ist nach wie vor unbeschädigt. Das haben wir wohl der Tatsache zu verdanken, dass dort Freund und Feind gleichermaßen behandelt werden. Alle leiden dann friedlich nebeneinander im Bett ... . Unsere Mitarbeiter sind alle noch vor Ort. Leider ist unsere Putzfrau vor einigen Wochen bei der Arbeit so schwer gestürzt, dass man sie nach Ibb (ca. 150km entfernt) zur Operation bringen musste. Sie liegtschon lange im künstlichen Koma, hat jetzt die Augen wieder geöffnet, spricht aber nicht. Unser Sekretär war auf der Suche nach Medikamenten für sie, hatte dabei einen Unfall und liegt jetzt mit Knochenbrüchen im gleichen Krankenhaus in Ibb. Er selbst wurde von den Huthis enteignet, sein Haus und seine Felder.

Froh sind wir, dass der Geldtranfer nach wie vor klappt. So können wir, wenn vorhanden, eine größere Summe an die Bank in Taiz schicken. Ich schreibe jeweils am Monatsende eine Mail an den dortigen Banker, mit der Bitte an Sadeq, eine vom Vorstand beschlossene Summe auszuzahlen. So kommt das Geld an die richtige Stelle.

Inzwischen jährt sich am 11.11. zum 20. Mal der Tag der Grundsteinlegung für unser Krankenhaus. Trotz aller Mühe bin ich froh, dass wir das Haus gebaut haben und bisher in der Lage waren es zu betreiben. Aus diesem Grund wollen wir am 11.11. 2018
ab 10 Uhr im Cineplex in Aichach eine Matineeveranstaltung abhalten, zu der wir Sie und Ihre Freunde herzlich einladen (s. Einladungskarte). Wir würden uns alle sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen.

Mit dankbaren Grüßen
Aenne Rappel
Für den Vorstand

Unsere Jungs beim Essen

Die kleinen Waisenmädchen

Die Waisen im Treppenhaus

zum Jahresbericht 2017